Helmstedter Universitätstage

26. Helmstedter Universitätstage

vom 24.-27. September 2020

"Sehnsucht nach Vergangenheit"

Die Stellung der Vergangenheit in der jeweiligen Gegenwart ist historischen Wandlungen unterworfen. In manchen Zeiten genießt sie große Wertschätzung, in anderen geringe. Heute gilt sie als eine unentbehrliche Ressource des gesellschaftlichen Selbstverständnisses und der kulturellen Orientierung; zu anderen Zeiten sorgte man sich mit Friedrich Nietzsche darum, dass eine zu starke Besinnung auf das Gewesene das Leben zu ersticken drohe. Auch der die Geschichte der Mark Brandenburg liebevoll erwandernde Theodor Fontane plädierte für einen distanzierten Umgang mit der Vergangenheit: „Alles Alte, soweit es Anspruch darauf hat, sollen wir lieben, aber für das Neue sollen wir recht eigentlich leben.“ Noch in den 1970er Jahren galt Geschichte als aussterbender Bildungszweig. Heute gilt eine radikale Umwertung: Die Vergangenheit stellt in der westlichen Welt eine zentrale Instanz kultureller Selbstvergewisserung dar. Die 26. Helmstedter Universitätstage spüren der Sehnsucht nach Vergangenheit auf unterschiedlichen Ebenen von der Nostalgie bis zur Aufarbeitung, von der schmerzhaften Tabubrechung bis zur Kommerzialisierung, von der Modernisierung bis zur Restaurierung im Stadtbild nach.