Helmstedter Universitätstage

Rahmen-Programm 2017

 

 

 

 

© Pandorafilm

Kino-Sondervorstellung

"Boxhagener Platz"

 

Donnerstag, 21.09.2017, 19.30 Uhr

im Helmstedter Kino „Roxy Lichtspiele“
Nordertor 2 in Helmstedt

 

 

Boxhagener Platz ist die Literaturverfilmung des gleichnamigen Romans aus dem Jahr 2004 von Torsten Schulz, der auch das Drehbuch verfasste.

1968 in Ostberlin: Studentenunruhen und sexuelle Revolution im Westen, Panzer in Prag. Und auf dem Ostberliner BOXHAGENER PLATZ erleben Oma Otti (Gudrun Ritter) und ihr zwölfjähriger Enkel Holger (Samuel Schneider) ihre ganz eigenen Abenteuer. Otti hat schon fünf Ehemänner ins Grab gebracht und dem sechsten geht es auch nicht mehr so gut, als sie Avancen von Altnazi Fisch-Winkler (Horst Krause) und dem ehemaligen Spartakuskämpfer Karl Wegner (Michael Gwisdek) erhält. Otti verliebt sich in Karl und plötzlich ist Fisch-Winkler tot. Holger avanciert zum Hobbydetektiv und lernt dabei einiges über die Liebe, die 68er Revolte und wie man mit "revolutionären“ Geheimnissen Frauen rumkriegt. Bis Holger einen Fehler begeht, der ausgerechnet Karl in Gefahr bringt.

Der vielfach preisgekrönte und am Boxhagener Platz aufgewachsene Berliner Regisseur Matti Geschonneck inszenierte den Film nach dem gleichnamigen Romandebüt von Torsten Schulz, der auch das Drehbuch verfasste. Trockener Humor, Melancholie und Berliner Charme – mit diesen Zutaten wirft BOXHAGENER PLATZ einen Blick zurück auf die 60er Jahre. Und auf eine wunderbare Liebesgeschichte zwischen einer friedhofs- und kochbegeisterten älteren Dame und einem eleganten Ex-Spartakisten.

Der Film ist eine Liebeserklärung an die Stadt Berlin, an den kleinen Kosmos Boxhagener Platz und seine liebenswerten Bewohner und gleichzeitig eine Hommage an phantastische Schauspielgrößen aus Ost und West.

© Volker Roloff

 

Podiumsdiskussion

Im Anschluss an dem Film folgt eine Podiumsdiskussion mit dem

Roman- und Drehbuchautor Prof. Torsten Schulz

Moderation: Dr. Michael Strohmann, Braunschweiger Zeitung

 

Prof. Torsten Schulz, geb. 1959 in Berlin, studierte Filmwissenschaft an der HFF Babelsberg und arbeitete danach als Dramaturg im DEFA-Spielfilmstudio. In der Wendezeit war er Gründungsredakteur der Wochenzeitung "Der Anzeiger" und Redakteur bei der Zeitung der DDR-Bürgerbewegung "Die Andere". 1992 wurde er freischaffend. Seitdem schrieb er vor allem Drehbücher für Spiel - und Fernsehfilme, von denen einige nationale und internationale Preise erhielten (u.a. "Raus aus der Haut"), und Prosa ("Boxhagener Platz", "Revolution und Filzläuse"). Außerdem realisierte er als Regisseur mehrere Dokumentarfilme (u.a. "Von einer, die auszog"). Das Hörspiel nach seinem Roman "Boxhagener Platz" wurde mehrfach ausgezeichnet, und der gleichnamige Kinofilm, für den er das Drehbuch schrieb und Ko-Produzent war, hatte Premiere auf der Berlinale 2010 in der Reihe Gala Spezial.

Sein Roman "Nilowsky" erschien 2013, das gleichnamige Hörspiel hatte seine Ursendung im Februar 2014.

 

 

 

Ausgezeichnet mit dem deutschen Buchpreis 2014

Lesung mit Lutz Seiler

Freitag, 22.09.2017, 20.00 Uhr, im Juleum

Als seine Freundin verunglückt und er in ein tiefes Loch zu stürzen droht, beschließt Edgar Bendler, nach Hiddensee zu fliehen – auf jene legendenumwobene Insel, die schon vielen Gestrandeten als Zuflucht diente. Er wird Abwäscher im Klausner, einer Kneipe hoch über dem Meer, und lernt Alexander Krusowitsch kennen – Kruso. Eine schwierige, zärtliche Freundschaft beginnt. Von Kruso, dem Meister und Inselpaten, wird Ed eingeweiht in die Rituale der Saisonarbeiter und die Gesetze ihrer Nächte. Nach und nach erschließen sich ihm die Geheimnisse der Insel und des Klausners. Als Ed schon glaubt, wieder einen Platz im Leben gefunden zu haben, erschüttert der Herbst 89 das fragile Gefüge der Inselbewohner. Am Ende steht ein Kampf auf Leben und Tod – und ein Versprechen.

Inselabenteuer und Geschichte einer außergewöhnlichen Freundschaft – Lutz Seilers preisgekrönter Roman schlägt einen Bogen vom Sommer 89 bis in die Gegenwart. Die einzigartige Recherche, die diesem Buch zugrunde liegt, folgt den Spuren jener Menschen, die bei ihrer Flucht über die Ostsee verschollen sind, und führt uns dabei bis nach Kopenhagen, in die Katakomben der dänischen Staatspolizei.

 

 

© Jürgen Bauer

Lutz Seiler wurde 1963 in Gera/Thüringen geboren, heute lebt er in Wilhelmshorst bei Berlin und in Stockholm. Nach einer Lehre als Baufacharbeiter arbeitete er als Zimmermann und Maurer. 1990 schloss er ein Studium der Germanistik ab, seit 1997 leitet er das Literaturprogramm im Peter-Huchel-Haus. Er unternahm Reisen nach Zentralasien, Osteuropa und war Writer in Residence in der Villa Aurora in Los Angeles sowie Stipendiat der Villa Massimo in Rom.

Für sein Werk „Kruso“ erhielt Lutz Seiler mehrere Preise, darunter den Deutschen Buchpreis 2014, den Ingeborg-Bachmann-Preis, den Bremer Literaturpreis, den Fontane-Preis und den Uwe-Johnson-Preis.

Veröffentlichungen:
pech & blende (2000), vierzig kilometer nacht (2003), Sonntags dachte ich an Gott (2004), Die Zeitwaage (2009), im felderlatein (2010), Kruso (2014), Die Zeitwaage (2015), Kruso (2015).

Einlass ab 19.45 Uhr

(nach Ende der vorherigen Fachvorträge)

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Für die Kinosondervorstellung und für Lesung gilt:

Eintritt frei! Aufgrund begrenzter Platzkapazität wird um vorherige Anmeldung gebeten bei:

Stadt Helmstedt, Markt 1, 38350 Helmstedt

Telefon: (05351) 17-2500 oder 17-7777,Fax: (05351) 595714, info@universitaetstage.de

 

 

 

 

Führung zur Helmstedter Universitätsgeschichte


Foto: Stadt Helmstedt
Bilder: Landkreis Helmstedt



mit Museumsleiterin Marita Sterly, M.A.

Samstag, 23.09.2017, 13.30 Uhr, Juleum

Herzog Heinrich der Jüngere von Braunschweig - Wolfenbüttel bekämpfte jegliche Reformationsversuche. Er war einer der schärfsten Gegner Martin Luthers und wurde von diesem in seiner Schrift „Wider Hans Worst“(1541) heftig angegriffen. Erst Heinrichs evangelischer Sohn Julius, der die Regierung 1568 übernommen hatte, führte im gesamten Fürstentum die Reformation endgültig durch. Die Ausbildung von evangelisch geschulten Pastoren war neben wirtschaftlichen Überlegungen ein Hauptgrund, eine eigene Universität zu gründen. Nach dem Scheitern eines „Pädagogiums“ in Gandersheim wurde die gesamte Institution nach Helmstedt verlegt und mit Genehmigung des Kaisers hier 1576 als Universität mit vier Fakultäten und dem Recht, Promotionen durchzuführen, eröffnet.

In den 234 Jahren bis zur Schließung der Academia Julia Carolina im Jahr 1810 unterrichteten hier mehr als 400 Professoren insgesamt rund 46 000 Studenten. Im frühen 17. Jahrhundert gehörte die Universität in Helmstedt mit zeitweilig über 500 Neueinschreibungen jährlich zu den größten Universitäten im deutschsprachigen Raum. Gelehrte und Studenten aus ganz Europa fanden sich in der Universitätsstadt am Elm ein. Zu den bedeutendsten zählen Giordano Bruno, Johannes Caselius, Georg Calixt, Hermann Conring, Otto von Guericke und Karl Friedrich Gauß.

Als Räumlichkeiten dienten der Universität zunächst die umgebauten Gebäude des Helmstedter Stadthofes der Marientaler Zisterziensermönche. Bald wuchsen die Studentenzahlen so an, dass Herzog Heinrich Julius, Sohn des Universitätsgründers und erster Rektor, einen prächtigen Neubau in Auftrag gab. 1592 begann Hofbaumeister Paul Francke mit den Vorbereitungen für die 1597 abgeschlossene Errichtung des „Juleum“ genannten Zentralbaus mit einer großen Aula, großzügigen Unterrichtsräumen, einer Bibliothek, einem Wein- und Bierkeller sowie einem vorgelagerten Treppenturm.

Bis zum 2.12.2017 präsentiert das Kreis- und Universitätsmuseum Helmstedt aus Anlass des 500. Jahrestages der Reformation unter dem Titel „Streitbare Kämpfer und sanfte Hirten an der protestantischen Universität in Helmstedt“ eine Sonderausstellung über ausgewählte Theologenlebensläufe zwischen Timotheus Kirchner, Georg Calixt und Heinrich Philipp Conrad Henke.

Während der öffentlichen Führung gibt Museumsleiterin Marita Sterly M.A. einen Überblick über die Geschichte der Universität und ihrer Gebäude.

 

 

Festgottesdienst

St. Stephani Kirche Helmstedt,
Großer Kirchhof 6, Helmstedt

Sonntag, 24.09.2017, 10.00 Uhr

Der Gottesdienst am Sonntag weist auf die enge Verbundenheit von Universität und Kirche hin, die seit den Anfängen besteht. Die Stadtkirche St. Stephani diente lange Zeit zugleich als Universitätskirche und beherbergt zahlreiche Erinnerungen an die Geschichte der Universität. Dazu gehören vor allem die Epitaphe bedeutender Professoren, zum Beispiel von Georg Calixt und Tileman Heshusius, sowie das Epitaph für Joachim Mynsinger von Frundeck, den ersten Kanzler der Universität.

In diesem Jahr hält Frau Privat-Dozentin Dr. Ruth Conrad von der Humboldt-Universität zu Berlin die Festpredigt. 

 

 

© privat

Festgottesdienst Frau Privat-Dozentin Dr. Ruth Conrad

Geboren 1968 in Kirchheim/Teck

§        Verlagsbuchhändlerin

§        Studium der Evangelischen Theologie in Tübingen, Berlin und Aarhus (Dänemark)

§       1994 Kirchenmusikalische C-Prüfung

§       1998 Erste theologische Dienstprüfung (zugleich Dipl.-theol.) in der Evangelischen Landeskirche von Württemberg

§       2004 Ordination in den Pfarrdienst

§       2004 Promotion zum Dr. theol.

§       2004-2010 Landeskirchliche Assistentin am Lehrstuhl für Praktische Theologie I an der Evang.-Theol. Fakultät Tübingen mit den Schwerpunkten Homiletik und Liturgik

§        Lehraufträge an der Staatl. Musikhochschule in Würzburg und an der Staatl. Hochschule für Kunst und Musik in Stuttgart, jeweils im Studiengang Evangelische Kirchenmusik in den Fächern Liturgik, Hymnologie, Biblische Theologie, Kirchenkunde

§        2011 Habilitation im Fach Praktische Theologie

§        2010-2012 Pfarrerin in Ditzingen und Stuttgart

§       2012-2016 Studien- und Forschungsinspektorin am Forum Scientiarum der Universität Tübingen und Studienleiterin am Karl-Heim-Haus der Evangelischen Landeskirche Württemberg

§       2016-2017 Gastprofessur an der Humboldt-Universität Berlin

 

Veröffentlichungen, u.a.

Lexikonpolitik. Die erste Auflage der RGG im Horizont protestantischer Lexikographie (Arbeiten zur Kirchengeschichte 97), Berlin/New York 2006; Kirchenbild und Predigtziel. Eine problemgeschichtliche Studie zu ekklesiologischen Dimensionen der Homiletik (Praktische Theologie in Geschichte und Gegenwart 11), Tübingen 2012; Weil wir etwas wollen! Plädoyer für eine Predigt mit Absicht und Inhalt (Evangelischkatholische Studien zu Gottesdienst und Predigt 2), Neukirchen-Vluyn/Würzburg 2014.

 

 

Konzert mit Sarah Kaiser

© Sergej Falk

"Freiheit - auf den Spuren Martin Luthers"

Samstag, 24.09.2017, 18.00 Uhr,

St. Marienberg Kirche, Klosterstraße 11, Helmstedt

 

Jazz, Soul & Pop. Ganz im Zeichen der Reformation. Sarah Kaiser präsentiert großartige Lieder mit ausgereiften Texten unterschiedlicher Liederschreiber: Neue eigene Titel zum Thema Reformation sowie Neubearbeitungen bekannter Choräle von Martin Luther hat Sarah Kaiser zusammen mit ihrem Pianisten Samuel Jersak komponiert und arrangiert.  

Die gebürtige Berlinerin singt ihre eigene Mischung aus Jazz, Soul und Gospel –jenseits von Klischees und mit klarer eigener Note. Im engen Zusammenhang mit Pianist und Arrangeur Samuel Jersak entwickelt sie seit 2001 eigene Songs und groovig-gefühlvolle Arrangements bekannter Klassiker – von Paul Gerhardt und Martin Luther bis Stevie Wonder.

Wenn sie nicht gerade auf der Konzertbühne oder im Studio steht, unterrichtet die Diplom-Gesangssolistin und –pädagogin Gesang an der UdK Berlin und gibt Workshops für Sänger und Chöre.

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Anmeldung (Kartenbestellung):

Veranstalter: Kulturverein Helmstedt e.V.

Eintritt: 15 EUR, Schüler 10 EUR

Karten im Vorverkauf bei der Buchhandlung Gröpern 5, beim Bürgerbüro der Stadt Helmstedt oder per Mail bei info@in-ordnung-leben.de

 

 

 

Rundfahrt Grenzenlos

Dienstag, 03.10.2017 "Tag der Deutschen Einheit"

Beginn um 14.00 Uhr ab dem Zonengrenz-Museum Helmstedt, Südertor 6 in Helmstedt
Anmeldungen vorab erbeten.

In Deutschland einmalig erleben Sie mit dem Projekt „Grenzenlos - Wege zum Nachbarn” hautnah deutsch-deutsche Geschichte während einer Rundfahrt, die das Grenzdenkmal Hötensleben als Teil der ehemals undurchlässigen Grenze, die Gedenkstätte Marienborn als Symbol für den durchlässigen Teil der Grenze und einen Besuch im Zonengrenz-Museum Helmstedt umfasst. Diese Rundfahrt wird von einer speziell geschulten Gästeführerin begleitet. Während der Rundfahrt erhalten Sie einen einmaligen Ost-West-Perspektivenwechsel. Die gesamte Rundfahrt dauert 3½ Std. und kostet pro Teilnehmer 15,- Euro.

Anmeldung/Information:

  • Verein Grenzenlos - Wege zum Nachbarn e. V.   c/o Stadt Helmstedt
  • Birgit Wippich Tel.: 05351/17-7777, Fax 05351/595714
  • www.grenzdenkmaeler.de