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Stadt Helmstedt

Helmstedter Universitätstage

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Nachlese 2021

Prof. Dr. Ernst-Theodor Rietschel

27. Helmstedter Universitätstage von 23. bis 26. September zum Thema "Seuche und Gesellschaft

„Eine Pandemie fördert gesellschaftliche Tendenzen offener zu tage – positive wie negative. Es wird verstärkt, was ohnehin vorhanden ist“, sagt der Medizinhistoriker Philipp Osten, Direktor des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Schon Pest, Pocken, Cholera oder HIV – der Kampf gegen gefährliche Infektionskrankheiten veränderten die Gesellschaft. Wer (Medizin-)historiker zu diesen Effekten befragt, kann viel über die Gegenwart lernen.

Die Helmstedter Universitätstage haben sich vom 23.-26. September 2021 diesen Fragen und Erkenntnissen unter dem Thema „Seuche und Gesellschaft“ gewidmet. „Wir wollen nicht den Blick zurück, sondern in die Zukunft werfen. Aber wir können aus der Vergangenheit lernen“, sagte Tobias Henkel, Vorsitzender des Beirats der Helmstedter Universitätstage, in seiner Begrüßung.

Prof. Dr. Ernst-Theodor Rietschel, Vorstandsvorsitzender des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung a.D., sprach zur Eröffnung das Grußwort im Helmstedter Juleum. Der Immun- und Biochemiker erklärte, warum Verschwörungstheorien über den Ursprung des Corona-Virus ins Leere laufen. „Die ultimative Lehre“, so Rietschel, „können nur Wissenschaftler ableiten. Auf ihnen liegt die Hoffnung.“ Er prophezeite darüber hinaus, dass die Corona-Pandemie nicht die letzte Pandemie bleiben werde.

Umrahmt wurde die Veranstaltung mit einer Kinosondervorstellung, einem Konzert des Braunschweigischen Staatsorchesters unter dem Titel „Totentanz und Schönheit“ sowie einer Führung zur Helmstedter Universitätsgeschichte mit Frau Museumsleiterin Marita Sterly M.A. Festlich endeten die Helmstedter Universitätstage mit dem Gottesdienst in der St. Stephani Kirche und einer Festpredigt von Oberkirchenrat Dr. Friedrich Ley aus Hannover.

Neben dem wissenschaftlichen Leiter der Helmstedter Universitätstage, Prof. Dr. Martin Sabrow, referierten namhafte Zeithistoriker, Politologen und Publizisten und beleuchteten dabei den Umgang von Gesellschaften mit Seuchen und Pandemien in den Gesellschaften verschiedenster Epochen. 

Durch die Corona-Schutzmaßnahmen und die große Disziplin der Besucher und Akteure gelang es bereits im vergangenen Jahr, die Helmstedter Universitätstage durchzuführen. Mit den guten Erfahrungen aus 2020 und den gewonnen technischen Erkenntnissen wurde die Veranstaltung auch in diesem Jahr als Präsenzveranstaltung mit beschränkter Teilnehmeranzahl durchgeführt und parallel digital als Live-Stream im Internet auf der Webseite der Universitätstage gezeigt.

Vor Ort wurden alle hierfür erforderlichen Hygienebestimmungen und Abstandsregelungen sichergestellt. 

 

Prof. Dr. Martin Sabrow (Potsdam/Berlin)
„Die Seuche erzählen. Epidemien als historische Herausforderung“ 

Prof. Dr. Bernd Roeck (Zürich)
„Der Schwarze Tod und die Renaissance“ 

Prof. Dr. Matthias Steinbach (Braunschweig)
„Weltuntergangsvisionen und Seuchenerfahrung im Historiengemälde. Arnold Böcklins „Die Pest“

Dr. Katja Stopka (Potsdam)
„Pandemie und Poesie: Die Seuche dichten“ 

Prof. Dr. Malte Thießen (Münster)
„Der Seuche begegnen. Zur Geschichte der Vorsorge“

Dr. Jutta Braun (Potsdam)
„Politische Medizin. Epidemien in der deutsch-deutschen Systemkonkurrenz“

Prof. Dr. Philip Manow (Berlin)
„Ein politischer Virus? Die Pandemie und der Populismus“

Bei der Abschlussdiskussion unter dem Titel „Die Corona-Krise – Eine Epochenzäsur?“ stand die Frage im Fokus, ob die Corona-Pandemie als vorübergehende Krise zu begreifen ist oder eine Zäsur mit tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen darstellt. Es sei wichtig, Abstand zu gewinnen und den Blick von außerhalb zu suchen, betonte Prof. Dr. Martin Sabrow, wissenschaftlicher Leiter der Helmstedter Universitätstage, in seinem Fazit. „Wir kennen nicht die Wahrheit, aber wir müssen sie vielleicht gar nicht kennen. Die Wahrheit ist vielstimmig“, so Sabrow. 

Abschlussdiskussion der 27. Helmstedter Universitätstage.

Die Helmstedter Universitätstage 2021 starteten am Donnerstagabend im Helmstedter Roxy Kino mit dem Dokumentarfilm „GRENZLAND“. Im Anschluss an den Film folgte eine Diskussion mit dem Dokumentarfilmer und Regisseur des Films Andreas Voigt, der Produzentin und Dramaturgin des Films Barbara Etz und dem Publikum unter Moderation von Prof. Dr. Martin Sabrow und Dr. Michael Strohmann. 

Einen würdigen Abschluss der Helmstedter Universitätstage bot der Festgottesdienst in St.
Stephani mit der Festpredigt von Dr. Friedrich Ley.

Die Veranstaltung besuchten aufgrund der einzuhaltenden Abstände bis zu 90 Personen pro Programmpunkt.  

Colloquien Heft 23 - Der Wert der Vergangenheit - jetzt verfügbar

Foto: Stadt Helmstedt/Martina Hartmann

Druckfrisch erschienen ist das Heft 23 „Der Wert der Vergangenheit“ der Helmstedter Colloquien. „Im Zentrum der Helmstedter Universitätstage 2020 stand der Wert, den wir dem Blick vom Heute zurück ins Gestern beimessen“, so Bürgermeister Wittich Schobert.

Alle Vorträge des vergangenen Jahres sind zum Nachlesen in dem neuesten Heft zusammengefasst worden.  

Das Exemplar der Helmstedter Colloquien 2020 kann während der Universitätstage am 24. und 25. September für 15 Euro im Juleum erworben werden. Ganzjährig sind die Colloquien der Universitätstage auch im Bürgerbüro im Rathaus erhältlich. 

Oder richten Sie Ihre Bestellung an:

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Helmstedter Colloquien

Die Vorträge bei den Helmstedter Universitätstagen werden seit 1998 in den von Herrn Prof. Dr. Sabrow herausgegebenen Helmstedter Colloquien veröffentlicht. Diese bei der Akademischen Verlagsanstalt verlegte Schriftenreihe kann über den Buchhandel oder im Rathaus der Stadt Helmstedt bezogen werden. Mittlerweile haben die Helmstedter Colloquien sowohl bei interessierter Öffentlichkeit als auch bei Zeithistorikern ihren Platz gefunden und werden bei Fachveröffentlichungen zitiert.

Für die Bestellung gelten die datenschutzrechtlichen und sonstigen Bestimmungen der Stadt Helmstedt.

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