Grenzenlos - Wege zum Nachbarn e.V.
Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz
Stadt Helmstedt

Helmstedter Universitätstage

Helmstedter Uni-Kino

Traditionell werden die Helmstedter Universitätstage jedes Jahr am Donnerstagabend mit einem Kinofilm eröffnet. Aufgrund positiver Resonanz und Nachfrage ist dieses Format im Jahr 2018 zu einer Veranstaltungsreihe gewachsen.

„Wir freuen uns, jetzt weitere Helmstedter Uni-Kino-Abende anbieten zu können“, erklärte Erster Stadtrat Henning Konrad Otto damals. Als Vorsitzender des Vereins Grenzenlos - Wege zum Nachbarn e. V., in dessen Trägerschaft in Universitätstage stattfinden, dankte Otto besonders den Helmstedter Kinobetreibern Matthias Torkler und Harald Pape. Sie stellen ihr Roxy-Kino alljährlich für die kostenfreie Teilnahme an den Filmabenden zur Verfügung.

Die Filme, die im Helmstedter Uni-Kino gezeigt werden, lehnen sich inhaltlich an das jeweilige Thema der Helmstedter Universitätstage an. Die Veranstaltungen finden jeweils im Kino "Roxy Lichtspiele", Nordertor 2 in Helmstedt statt.

Helmstedter Uni-Kino 2026 zeigt "In jenen Tagen"

In jenen Tagen

Episodenfilm, 1946/47
Regie: Helmut Käutner

“In jenen Tagen” erzählt anhand von in einem Auto vergessenen persönlichen Gegenständen die Schicksale der ehemaligen Besitzer während des Nationalsozialismus. In sieben Geschichten zeigt Käutners Episodenfilm Menschlichkeit in unmenschlichen Zeiten. Es ist ein optimistischer Film über Hoffnung und Stärke, der unmittelbar nach dem Ende des zweiten Weltkriegs entstand und spielt. Der Wagen erinnert an den Tag, an dem Hitler die Macht ergriff, an plötzlich verschwundene Menschen und an andere Schicksale, die typisch für die Zeit der NS-Diktatur waren. Und dann bahnt sich der Wagen seinen Weg durch den Winter an der Ostfront. Gerade noch rechtzeitig ist er wieder zuhause, um das düstere Ende mitzuerleben.

In jenen Tagen gehört zu den sogenannten Trümmerfilmen, die kurz nach dem Zweiten Weltkrieg in den vier Besatzungszonen entstanden. Das Konzept für den Film wurde von Helmut Käutner (1908-1980) bereits während des Kriegs entworfen. Die Dreharbeiten begannen im Sommer 1946 mit einer geliehenen Kamera. Die Beschaffung der restlichen Ausrüstungsgegenstände gestaltete sich ebenso schwierig wie die Dreharbeiten und das Casting. Der Film musste ausschließlich unter freiem Himmel aufgenommen werden. Dies machte die Dreharbeiten insbesondere im Winter 1946/47 zu einer Tortur. Damals fielen die Temperaturen bis auf minus 26 Grad Celsius. In Ermangelung entsprechender Technik musste Kameramann Igor Oberberg für manche Szenen auf die Motorhaube geschnallt werden, während ein mit Kabeln angebundener Tonwagen neben dem Fahrzeug herfuhr.

Der Film erhielt einige Preise und positive Kritiken. Unter anderem schrieb “Die Gegenwart” 1948: „Schwerlich ist in der ganzen deutschen Nachkriegsliteratur so tonlos, so im ‚Nebenbeigesprochenen‘ und so haargenau die kennzeichnende Sprache der Tyrannei festgehalten.“ “Der Spiegel” urteilte in der Ausgabe 24/1947: „Es ist ein schwerer Film. Käutner gibt mit ihm ein Beispiel, dass mit einem dichterisch geschriebenen Drehbuch, einem guten Ensemble mit sehr viel eigenen Ideen und viel Temperament aus dem Erlebnis der Gegenwart Filme geschaffen werden können, die alle angehen.“

Im Anschluss an den Film diskutiert die Filmhistorikerin Anna Kokenge, die den Film auch mit ausgewählt hat, mit dem Publikum. 

Moderation: Prof. Dr. Martin Sabrow

Eintritt frei – um Spenden wird gebeten

Vorherige Anmeldung zur Uni-Kinovorstellung ist gewünscht:

Helmstedter Kinos
Telefon: (05351) 33 238
oder auf der Webseite der Helmstedter Kinos

Stadt Helmstedt

Ansprechpartnerin
Anja Kremling-Schulz
Markt 1
38350 Helmstedt

Kontakt

Telefon: (05351) 17-2500
Telefax: (05351) 17-7001
info@universitaetstage.de
www.universitaetstage.de

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